FVU trauert um Ehrenmitglied Hans Schmider

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Mit dem „Adler-Hänsle“ musste der FVU vergangene Woche von einem ebenso beliebten wie verdienten Ehrenmitglied Abschied nehmen. Ehrenvorsitzender Hans-Peter Wagner würdigte bei der Trauerfeier in einer bewegenden Rede die großen Verdienste des FVU-Gründungsmitglieds:

Liebe Trauergemeinde,

als am Freitagmittag sich die Nachricht vom Tod unseres Hans Schmider in unserem Dorf verbreitete, stand auf unserem FVU- Sportgelände das Leben für einen Moment still. Alle, die mit dem FV  Unterharmersbach verbunden waren, hatten ihn gekannt. Bewundert, wie er immer Arm in Arm mit seiner Frau Maria, bei den Fußballspielen dabei war und wie sich freute und jubelte, wenn seine Hambacher gewannen und wie er traurig war, wenn sie verloren. Jetzt hat der Adler Hänsle, wie alle den großen alten Mann des FV Unterharmersbach nannten, seine Wanderung in dieser Welt und um den Sportplatz beendet. Gott hat ihn nach einem arbeitsreichen Leben heimgeholt. Und der FV Unterharmersbach hat mit ihm seinen treusten Fan, Freund und Gönner verloren.

Seine offizielle Fußballkarriere begann 1953, wie eine Mitgliederkarte belegt. Damals war der heutige FV Unterharmersbach als TUS Unterharmersbach lediglich eine Abteilung des Unterharmersbacher Turnvereins. Hauptaufgabe der TUS Abteilung war damals der Bau eines Sportplatzes in Unterharmersbach, denn ohne Sportplatz lässt sich nicht Fußball spielen. 1955 war der Sportplatz fertig und im gleichen Jahr wurde dann der FVU offiziell gegründet mit erster und zweiter Mannschaft. Der Adler-Hänsle, der Mittelfeldspieler mit dem großen Kämpferherzen und unbedingten Siegerwillen, war von Anfang an immer einer der Besten. Viele Spiele, die verloren zu gehen drohten, riss er mit seinem unbändigen Kampfeswillen nochmals herum.

Als bei einem Spiel der zweiten Mannschaft  Ende beim FVU nur zehn Mann auf dem Platz standen, sauste Hans Schmider mit dem Fahrrad nach Hause und stand wenige Minuten später mit Trikot und Fußballschuhen als Mittelfeldspieler mit fast 70 Jahren auf dem Platz. So war er immer. Er gab nie auf. Beim Sportplatzbau hatte Hans Schmider unter den freiwilligen Helfern die meisten Stunden und wenn es darum ging, Jugendspieler zu Auswärtsspielen zu fahren, sagte er nie ein. Ohne großes Aufsehen zu machen, hat er den Verein immer wieder unterstützt, Bälle einen Satz Trikots spendiert. Vielen jungen Nachwuchsspielern schenkte er als Schuhmacher mit eigenem Geschäft Kickschuhe oder gab er sie her zum halben Preis her, weil die Eltern nie Geld für Kickschuhe ausgegeben hätten.

Auch die Fußballschuhreparaturen für Jugendliche und Kinder gab es bei ihm meist umsonst. Jeder der jungen Spieler kannte ihn und grüßte ihn ehrfürchtig. Ich weiß noch gut, wie mein Sohn Christian vor lauter Aufregung in der Nacht vorher gar nicht schlafen konnte, weil er am nächsten Morgen aus Hand des Adler-Hänsle die ersten Kickschuhe seines Lebens bekam.

Im ganzen Ortenaukreis war Hans Schmider bekannt, weil er zu allen Auswärtsspielen des FVU mit seiner Frau Maria mit dem Fahrrad hin und zurück fuhr, um die Spieler anzufeuern. Dies waren öfters  bis zu 100 Kilometer hin und zurück. Eine einmalige Leistung, die zeigte, wie der Adler Hänsle für seinen FVU alles tat, was in seinen Kräften stand.

 Zehn Jahre von 1960-1970 führte er in der Verwaltung des Fußballvereins das Amt des zweiten Vorstands. Auch hier war er hochgeachtet und seine große Erfahrung und seine Ruhe und sein Weitblick halfen dem jungen Verein in vielen kritischen Situationen. Hans Schmider stand hinter dem Verein wie kein anderer. Er hatte ein gutes Herz, war auch für die jungen Spieler ein großes Vorbild und er war mutig. Als mir einmal nach einem Fußballspiel in Schapbach Schapbacher Spieler nachrannten und mich verprügeln wollten, war auf einmal heilige Ruhe. Ohne, dass ich es bemerkt hatte, stand auf einmal der Adler-Hänsle hinter mir, mit zwei Händen voller Kieselsteine. Plötzlich war kein Schapbacher war zu sehen. So war der Adler Hänsle Helfer und Retter in aller Not.

Im Namen der Vorsitzenden unseres Fußballvereins, Jörg Leisinger, Martin Schwarz und Christian Wagner, sowie der aktiven und passiven Mitglieder möchte ich Hans Schmider von Herzen danken für seine unverbrüchliche Treue, und seinen in vielen Bereichen einzigartigen fast 70-jährigen Einsatz für den FVU.  Er wird uns fehlen, aber wir werden ihn nicht vergessen. Für unsere aktiven Spieler ist es heute Ehrensache, unser Ehrenmitglied Hans Schmider zur letzten Ruhestätte zu tragen.

Lieber Hans: Du bist nicht tot, Du wechselst nur die Räume, Du lebst in uns und gehst durch unsere Träume. Möge der Herrgott dir vergelten, was du Gutes hier auf Erden geleistet hast.